Über die Kirchen
Über die Kirchen
Klitten
Altar 1587 erhielt die evangelische Kirchengemeinde die wertvollen Altarbilder aus der Schule Lucas Cranach des Jüngeren. Das Mittelbild des jetzigen Flügelaltars zeigt die Einsetzung des hl. Abendmahls. Christus sitzt umgeben von 12 Jüngern an einem runden Tisch. Der Mittelpunkt des Bildes ist das geopferte Lamm anstelle des Brotes. Kanne und Wanne im Vordergrund zur Fußwaschung erinnern an Taufkanne und Taufschale. Ähnlich wie auf dem Altarbild der Stadtkirche Wittenberg sitzen auch hier die Reformatoren Luther und Melanchthon zur Rechten und Linken des Herrn. Ebenfalls reihte sich der Künstler, Lucas Cranach unter den Jüngern ein. Das rechte Seitenbild stellt die Geburt Christi da, darunter die Stifterfrau von Nostitz. Das linke Seitenbild zeigt die Auferstehung Christi, darunter das Bild des Stifters Graf Kaspar von Nostitz. Die beiden Seitenbilder zusammen geklappt (also auf der Rückseite) zeigen die „Verkündigung an Maria“. 1944 konnte durch das spontane Handeln des Ortspfarrers Alpermann wie durch ein Wunder dieser schöne Altar vor den Flammen gerettet werden.
2008 stiftete ein Gemeindeglied die Altarplatte aus Granit.
Nochten
Boxberg
Sprey
Orgel
Die Orgel stammt aus der Hand der Zittauer Orgelbaufirma Schuster und wurde am 9. Juli 1950 in Verbindung mit der Einführung des Pfarrers Wilhelm Fuhrmann eingeweiht.
Sie zählt mit 3 Manualen und 21 Registern wohl mit zu den schönsten Dorfkirchenorgeln und fügt sich mit seinem in die Orgelempore eingebauten Rückpositiv formvollendet in den Raum ein.
Loge
Sehenswert ist ebenfalls die Patronatslose. Sie war ursprünglich geteilt, für die Gutsherren auf Jahmen (rot) und Zimpel (olivgrün). Die Loge beherbergt heute die Fossiliensammlung von Pfarrer Ernst Mirele, die er 1991 der ehem. Schule Klitten geschenkt hat.
Gusseiserne Grabplatten
Die Grabplatten wurden im damaligen Hammerwerk Boxberg aus Rasenerz gefertigt. Boxberg bis zum Schöps und dem Hammerwerk gehörte damals zum Kirchspiel Klitten. An der Südwand der Kirche befindet sich die Grabplatte von Johann Gottlieb Schumann, Pfarrer in Klitten von 1716 – 1763. An der Ostwand befindet sich außen eine Grabplatte des Jakob Jordan, Pächter in Boxberg, der am 4.3.1800 verstarb sowie eine Grabplatte der Frau Sophie Gloeckner und Calais, die die Erstbesitzerin des Hammerwerks Boxbergs gewesen ist. An der äußeren Südwand befindet sich die Grabplatte von Frau Charlotte von Lutlitz. Sie verstarb 1786.
Kreuzigungsgruppe Der Meister dieser Skulptur ist leider unbekannt. 1949 wird diese in Dresden restauriert und auf den gotischen Originalzustand zurückgeführt.
Johann Mentzer – Gedenktafel
In dem kleinen Ort Jahmen, der schon damals kirchlich zu Klitten gehörte und heute praktisch mit Klitten verschmolzen ist, wurde am 27. Juli 1658 Johann Mentzer geboren. Er besuchte das Gymnasuim in Bautzen, studierte die freien Künste ab 1681 in Leipzig und später in Wittenberg Theologie.
1691 wurde Johann Mentzer Pfarrer zu Merzdorf (ein Gedenkstein an den abgebaggerten Ort befindet sich am Westufer des Bärwalder Sees). 1693 wurde Mentzer Pfarrer in Hauswalde bei Bretnig und 1696 übernahm er die Pfarrstelle in Kemnitz, wo er am 24. Februar 1734 starb.
Johann Mentzer war ein Vertreter des lutherischen Pietismus. Er wurde von Zinzendorffs Großmutter Freiherrin Henriette Katharina von Gersdorf beeinflusst und stand in Kontakt zum jungen Grafen Ludwig Zinzendorff.
1716 starben ihm vier seiner Kinder. In seinem „kreuzvollen“ Leben muss Johann Mentzer insgesamt 12 Kinder und die erste Ehefrau begraben. Nur ein Kind, Johann Christlob, überlebte ihn. Seine Passions- und Loblieder dichtete mit einer bildreichen, plastischen Sprache. Bekannt sind uns vor allem die Lieder:
„O, dass ich tausend Zungen hätte“
„O nun hats noch keine Noth mit aller Teufel Grimme!“
„Du gehest in den Garten beten“
Mindestens 31 Lieder Mentzers sind uns erhalten geblieben. Sie bildeten den Stammteil des Reibersdorfer Gesangbuches, das er 1726 mit herausgegeben hatte.
Eine Gedenktafel wurde ihm zu Ehren 1997 an der Mauer der Gärtnerei Laupitz in Jahmen an der Stelle seines Geburtshauses angebracht. In der DDR-Zeit wurde die Gedenktafel im Turm der evangelischen Kirche angebracht, weil es außerhalb der Kirche nicht möglich war.
Glocken
Nachdem die drei Glocken im I Weltkrieg abgeliefert werden mussten, erhielt die Kirche 1924 ein neues Geläut aus Guss-Stahl (Bochum 1922). Beim Brand des Gotteshauses am 29. April 1945 fielen die Glocken durch den Turm durch, gingen aber nicht zu Bruch. 1950 wurden die Glocken wieder in den Turm gebracht. Ostermontag 2009 wurde der hölzerner Glockenstuhl eingeweiht.
Taufengel
Der 1950 von R. Hilger aus Lindenholz geschnitzte Taufengel ist eine Kopie des in den Flammen zerstörten Taufengels von 1699. In seinen ausgestreckten Händen hält er die alte zinnerne Taufschale. 1997 erfolgte eine Restauration durch die Partnergemeinde Großkneten.
Kanzel
1708 von Johann Gottlob von Rodewitz geschaffene Schnitzarbeit. Sie stammt aus der Görlitzer Frauenkirche und kam 1949 nach Klitten.
Das Taufbecken trägt die sorbischen Farben weiß und blau.
Der Altartisch ist aus Wassereiche, naturgedunkelt und steinhart.
Das Kruzifix kommt aus Görlitz und wurde in der Werkstatt Burghart gearbeitet.
Die Kanzel stammt aus der Bauzeit der Kapelle.
Der Altar ist nach der Hauptfigur ein Martins-Altar
Der Altaraufsatz ist ein Fünffigurenschrein und stammt etwa aus dem 14. Jahrhundert.
Die Martinsfigur wurde nach der Reformation an die Stelle der Madonnenfigur eingesetzt. Der heilige Martin ist hier mit der Mitra eines Bischofs, oder als römischer Soldat auf einem weißen Pferd, entsprechend der Legende dargestellt.
Die Assistenzfiguren sind aus dem Jahr 1480. Sie sind aus Lindenholz geschnitzt und mit einer Kreidegrundierung überzogen, darauf wurden die Figuren versilbert und mit Emaillefarben und Goldlack überzogen.
Links oben
Der heilige Stefanus ist der erste Märtyrer und Diakon der Christenheit (Apostelgeschichte 6,8-15 und 7,54-8,1). Er wurde gesteinigt und ist deshalb mit drei Steinen dargestellt.
Rechts oben
Der heilige Laurentius war wie Stefanus - Diakon und trägt auch die Amtstracht. Im Jahr 258 wurde er in Rom verbrannt und wird deshalb meist mit einem Rost, seinem Marterwerkzeug,
(fehlt hier) und dem Evangelienbuch dargestellt.
Links unten
Die heilige Barbara (Schutzpatronin der Bergleute) hält einen Turm, weil sie nach der Legende von ihrem Vater in einem Turm gefangen gehalten wurde. Sie soll aus Nicomedien stammen (Izmir-Türkei) und dort auch von ihrem Vater getötet worden sein, weil sie standhaft an ihrem Glauben festhielt.
Rechts unten
Die heilige Katharina von Alexandria, Tochter eines Königs, studierte an der dortigen Universität und war stolz, klug schön und sehr gelehrt. Ein Einsiedler erklärte ihr die Lehre der Christen und sie überwand ihren Stolz und ihren Hochmut und setzte sich unerschrocken gegen die grausame Verfolgung der Christen ein. Selbst im Kerker bekehrte sie die Frau des Kaisers und einen Teil der Leibwache. Katharina sollte deshalb gerädert werden, aber die Räder zerbrachen und sie wurde stattdessen enthauptet. Sie wird meist mit einem Rad dargestellt wie hier.